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Karnevalslexikon

Adjutanten
So heißen die drei Begleiter des Dreigestirns. Sie kümmern sich um die Garderobe, helfen den Tollitäten beim an- und auskleiden, helfen und unterstützten sie. Der Adjutant des Prinzen kommt aus der Prinzengarde, die von Bauer und Jungfrau aus der Ehrengarde.
Alaaf
Der Schlachtruf aller kölschen Jecken im närrischen Treiben. Geht auf Fürst Metternichs Ausruf "Cöllen al aff" zurück. Bedeutet nicht, dass alle Kölner Affen sind, sondern "Köln über alles" geht. Auch die Bonner Narren bedienen sich des Alaaf. Der ursprüngliche Ausruf "all-af" hieß dort "alles hinunter" und war die mittelalterliche Umschreibung für munteres Kampftrinken. Heute würde man dazu ex und hopp sagen.
Ähzezupp
Nicht mehr und nicht weniger, die Erbsensuppe, die traditionell zu Karneval verspeist wird.
Altbier
Beliebte Droge in Düsseldorf zur Steigerung der närrischen Lebensfreude. Kölsche Jecken behaupten allerdings, nach dem Genuss dieses Getränks sähe man so aus, wie es heißt. Rund um den Kölner Dom gilt die Verkostung von Altbier als Todsünde. Wer es dennoch nicht lassen kann, wird schon sehen, was er davon hat
Appelsinefunk
Kein südspanischer Radiosender, sondern ein Mitglied der Nippeser Bürgerwehr, die orangefarbene Uniformen tragen.
Aschermittwoch
Schluss mit lustig: Am Aschermittwoch ist alles vorbei und die 40-tägige Fastenzeit bis Ostern beginnt. Für jeden echten Karnevalisten sozusagen der "Tag des jüngsten Gerichts". Erfunden hat ihn Papst Gregor der Große im 6. Jahrhundert, um dem wilden Treiben seiner hemmungslosen Schäfchen ein vorab bestimmtes festes Ende zu setzen
Bauer (im Dreigestirn)
"Seine Deftigkeit" stellt Köln als Mitglied der Reichsbauernschaft dar. Auf seinem Hut trägt er - zumindest laut Tradition - 125 Pfauenfedern, die die Unsterblichkeit der freien Stadt Köln symbolisieren. Sein Insignum ist der Stadtschlüssel. Zu seinem Ornat gehört der Dreschflegel, den er nach Ende der Session behalten darf.
Bannerhär
Ist keine Einheitsfrisur für Fahnenträger, sondern bei der Kölner Narrenzunft der Titel für den Präsidenten, wie er früher auch bei vielen anderen Gesellschaften üblich war.
Bonna
Was wie ein südländischer Ausruf für ein hübsches Mädchen klingt, bezeichnet in Wahrheit die jeweils regierende Bonner Karnevalsprinzessin. Womit niemand sagen will, dass die nicht hübsch seien.
Büggel
Einen Büggel sollte man nicht vergessen. Ohne ihn werden sie nicht so viele Kamelle einsammeln können.
Bütt
In die Bütt steigt man nicht zum Waschen, auch wenn das Wort von Waschzuber abstammt. Aber natürlich spricht nichts dagegen, dass der wortgewandte Büttenredner von seinem Rednerpult trotzdem und so richtig schön genüsslich schmutzige Wäsche wäscht. Freilich nicht die eigene, sondern die seiner Opfer: Politiker, Wichtigtuer und Prominente bieten sich ganzjährig als Vorlage an. Auch menschliche Schwächen und sexuelle Präferenzen aller Art werden gerne durch den Kakao gezogen.
Bützen
Schmeckt gut, tut gut, ist gut: Mit Bützen ist das närrische Verteilen von Küssen gemeint. Ob auf die Wange oder auf den Mund, ist von der Situation und seinem jeweiligen Gegenüber abhängig. Wird von ausgefuchsten Karnevalisten auch gerne zur Vorbereitung eines Seitensprungs genutzt. Gewusst wie..
CC
In Düsseldorf war man schon immer etwas vornehmer. Deshalb schreibt sich das dortige Karnevalskomitee eben auch mit C. CC ist somit die Abkürzung für "Comitee Düsseldorfer Carneval". Was wohl das Consularische Corps dazu meint? Und wieso verstecken die Kö-Narrenhäuptlinge das D für Düsseldorf in ihrer Abkürzung? Weiß der Kuckuck: Jeder Jeck ist eben anders
Clown
Beliebtestes Kostüm im Karneval. Insbesondere der "Lappeclown" hat es den Kölnern angetan. Sein Kostüm besteht aus hunderten, wenn nicht gar tausenden bunten Stoffresten, die in kleinen "Lappen" neben- und übereinander genäht sind. Auffallend schön geschminkte Gesichter legen sich insbesondere weibliche Clowns zu, die anstelle eines Lappenkostüms auch lieber etwas sehr "modisches" tragen.
Colombina Colonia
Die erste und bisher einzige Frauen-Karnevalsgesellschaft. Offizieller Name: 1. Kölner Damen K.G. Colombina Colonia "De kölsche Düvjer".
Dreigestirn
Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich kein Ungeheuer mit Gesichtsentgleisung, sondern das Kölner Karnevalstrio Prinz, Bauer und Jungfrau. Wird auch Trifolium genannt und entspricht ideologisch dem Prinzenpaar in anderen Narrenhochburgen. Aber Köln wäre nicht Köln, wenn es nicht auch im Karneval mindestens einem Mann gelänge, in Frauenkleidung durch die Gegend zu laufen
Doof Noss
Als er vor 40 Jahren "in die Bütt" stieg, begeisterte Hans Hachenberg als "Doof Noss" das närrische Publikum auf Anhieb. "Ärm Mamm!" - mit dieser kurzen Redewendung ließ er den Zuhörer am heiteren "Familiengeschehen" teilnehmen. "Doof Noss" - der Name ist, wie so vieles im Kölschen, doppelsinnig zu deuten: "Dumme Nuß", also der "dumme August" und "Taube Nuß", also das Gegenteil von Sexprotz!
Elf
E(galite), L(iberte), F(raternite) - Einheit, Freiheit, Brüderlichkeit - die Anfangsbuchstaben ergeben aneinandergereiht das Wort "Elf". Es gibt noch viele andere Erklärungen über Ursprung und Bedeutung dieser als "närrisch" bezeichneten Zahl. Am 11.im 11. um 11.11 Uhr wird die neue Session eröffnet, der Sitzungspräsident steht dem "Elferrat" vor, allerdings als "gleicher" (Jeck) unter lauter Jecken. (Das ist allerdings nur die Theorie, die Praxis sieht oft anders aus!)
Elferrat
Elf Freunde müsst ihr sein. Was Sepp Herberger recht war, ist den Karnevalisten nur billig. Der Elferrat bildet die närrische Stütze einer jeden jecken Festsitzung. Den ersten seiner Art gab es in Köln 1823. Er war erwachsen aus dem Festordnenden Comitee. Erst sieben Jahre später wurde er auch auf 11 Personen festgelegt.
Equipechef
Das ist Chef der Equipe, die aus den Soldaten der Prinzengarde besteht. Sie begleitet das Dreigestirn auf jede Sitzungsbühne. Der Equipechef teilt die Equipe ein und sorgt dafür, dass jeder zur richtigen Zeit am richtigen Platz ist.
Fahnenträger
- atemtechnisch - trifft man während der Session in rauen Mengen, die "echten" - optisch - allerdings erkennt man daran, dass sie Uniform oder Litewka tragen und ihre Fahne an einer Holzstange vor sich her. Die Fahnen werden je nach Ausführung auch Standarten oder Plaggen genannt. Der Zusammenschluss aller Träger heißt "Plagge-Köpp". Wenn die sich treffen, kann es auch wieder atemtechnisch werden.
Fastelovend
So tut der Rheinländer sprechen, wenn er rheinisch sprechen tut. Das für Auswärtige und Zugereiste eigentümliche Wortgebilde bezeichnet mundartsprachlich nichts anderes als den Karneval und gemahnt inhaltlich bereits an die bevorstehende Fastenzeit.
Fischessen
Am Aschermittwoch trifft man sich abends zum Fischessen. Die Gesellschaften veranstalten das im größeren Rahmen (deshalb inzwischen auch oft aufs Wochenende verschoben), viele kölsche Kneipen bieten an diesem Tag auch Fischessen für nichtorganisierte Jecken an.
Flöns
Nennt man nicht nur eine neureiche Präsidentengattin, sondern auch ein ganz armes Würstchen - einfache Kölner Blutwurst (Blootwoosch). In den Brauhäusern wird sie gebraten zum Püree als "Himmel un Äd" oder kalt mit Zwiebel, Senf und einem Röggelchen als "Kölscher Kaviar" serviert. Allerdings würde ein Metzger die Version im sterilen Kunstdarm nicht als Flönz bezeichnen. Dieser Adelstitel sei eher der leicht angeräucherten Woosch im Naturdarm vorbehalten.
Funken
Die Kölner Stadtsoldaten, wegen ihrer roten Uniform auch "Funken" genannt, zerstreuten sich nach dem Einmarsch der Franzosen 1794 in alle Winde. Als 1823 die "Wiedergeburt" des Kölner Karnevals stattfand, erinnerte man sich auf der "Suche nach den goldenen Zeiten" auch der Roten Funken, des "Jeckenbähnchens" und der "Hillige Knäächte un Mägde". Sie alle marschierten im ersten Rosenmontagszug mit - und das tun sie noch heute.
Funkenbiwak
Traditionelles Zeltlager der Roten Funken auf dem Neumarkt am Karnevalssamstag seit 1973. Mit Bühnenprogramm, den Musikzügen der Traditionsgesellschaften und dem Dreigestirn. Ab 11 Uhr trifft man sich im Kostüm oder in Zivil zu Kölsch und Erbsensuppe.
FunkenmariechenDas Funkenmariechen in seiner schmucken Uniform treibt die vielleicht schönste Form von rhythmischer Gymnastik im Karneval. Ohne Unterlass schwingt es das schöne Tanzbein und lächelt und lächelt und lächelt. Im Sport nennt man sowas wohl Cheerleader.
Gaffelschriever
Schriftführer der Karnevalsgesellschaft.
Gardetanz und Hofballett
Wenn es in den Sitzungen heißt "Bühne frei für das Ballett", dann treten junge Damen in Erscheinung, die von den Sitzungspräsidenten stolz als "unser Hofballett" vorgestellt werden. Sie lockern die überwiegend rhetorische Programmfolge nicht nur optisch auf. Es handelt sich in der Regel um Amateurgruppen von Tanzschulen oder Sportvereinen. Sie und die vielen Gardetanzgruppen des Landes beweisen, dass vom einfachen "Hoch-das-Bein"-Rhythmus bis zur anspruchsvollen Choreographie eines "Motto"-Tanzes der Phantasie-Bogen närrischer Aktivitäten weit gespannt sein kann. Diese Fastnachts-Ballette haben ihren Ursprung in den französischen "Ballett-Maskeraden" des 16. Jahrhunderts. Die wurden getanzt, während ein Ansager die Handlung erzählte und aus denen sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts das "Ballet de cour" herausbildete, wie es seinen Höhepunkt am Hofe des Sonnenkönigs Ludwig XIV. in Paris erlebte. Es bestand aus einem Chor zum Lob des Königs sowie aus Szenen, die entweder getanzt, gesungen oder akrobatisch dargestellt wurden. Hinzu kam ein allegorisches, nach Vorbildern der Antike gestaltetes Ballett, das der König oft persönlich anführte. Diese Tanzkultur wurde an deutschen Königs- und Fürstenhöfen bereitwillig nachgeahmt. Hier bestand im 18. Jahrhundert eine förmliche Hysterie, französischer als die Franzosen zu sein. Von dort fand das Ballett Zugang zum Bürgertum und schließlich auch in den Karneval, der an und in den Residenzen zu Hause war, bevor er volkstümlich werden konnte.
Geisterzug
Eine der ältesten Traditionen, die nach dem zweiten Weltkrieg zunächst starb und erst zum Golfkrieg wieder belebt wurde. Jedes Jahr am Karnevalssamstag in einem anderen Stadtteil folgen Geister, Trommler und Sambagruppen dem "Ähzebär". Inzwischen ist der Jeisterzoch der zweitgrößte Zug in Köln. Obwohl er der preiswerteste ist, ist er wegen Geldnot immer kurz vor dem Aus.
Gesellschaften
Zusammenschluss hauptsächlich von Männern (Ausnahme: Colombina Colonia), die organisierten Karneval betreiben. Es gibt unterschiedliche Arten: Traditionsgemeinschaften, Korpsgesellschaften, Komiteegesellschaften, Veedelsvereine. Im Festkomitee sind 56 ordentliche Mitgliedergesellschaften, sechs hospitierende und 39 fördernde Gesellschaften. Die Gesellschaften veranstalten regelmäßig Sitzungen, die Mitglieder tragen je nach Anlass Uniform (bei Korpsgesellschaften), Litewka und/ oder Mütze. Die Gesellschaften sind auch außerhalb des Karnevals aktiv, organisieren das ganze Jahr über Veranstaltungen, Ausflüge etc. für Mitgliederfamilien. Alle arbeiten ehrenamtlich.
Gürzenich
Sozusagen das Olympiastadion des Kölner Karnevals. An dieser historischen Stätte werden Prinzenproklamationen und Fernsehsitzungen inszeniert. Die "hochfestliche Stätte kölnischen Karnevalstreibens" wird als ebensolche seit etwa 1440 genutzt. Ein Wunder, dass sie immer noch steht, so wie die kölschen Jecken feiern.
Hännesche
Hänneschen und Bärbelchen – die Lieblinge aller Kölschen. Das mundartgebundene Stockpuppen-Theater (seit 1802) sieht die beiden in den Kinder-Vorstellungen als Geschwisterpaar und in den Abendvorstellungen als kölsches "Liebespaar" und als Mittelpunkt der "Knollendorfer Sippschaft". In der Karnevals-Session sind die Karten für die "Puppensitzung" für den jeweiligen Inhaber schon fast ein "Legitimationspapier" für besondere Schlitzohrigkeit. Denn entweder hat er sich eine ganze Nacht vor dem Kassenhäuschen um die Ohren geschlagen oder er ist Mitglied im Hänneschen-Förderverein. Dann bekommt er die Karte sogar ins Haus geschickt
Halt Pohl
Halt Pohl lautet der Narren-Schlachtruf seit 1936 in Mönchengladbach. Daran tragen die Nationalsozialisten allerdings keine Schuld. Vielmehr wollten sich die niederrheinischen Narren mit einem eigenen Karnevalsruf vom Düsseldorfer Helau verabschieden. Halt Pohl, was in etwa soviel wie "Halt die Stange" bedeutet, symbolisiert die Treue zum vaterstädtischen Karneval. Iss et wohr? Jawoll.

Helau
Der Schlachtruf aller Narren in Düsseldorf. Nicht aus Versehen in Köln proklamieren, dann fühlt sich der Domstädter nämlich schnell verhohnepiepelt. Helau wurde, so will es die Legende, von Hallo oder auch dem englischen Pendant Hello abgeleitet.
Hofburg
Meist Anfang Januar zieht das Dreigestirn in die Hofburg ein. Seit 1971 ist das das heutige Dorint Kongress Hotel. Kostenlos werden den Narrenfürsten mehrere Zimmer zur Verfügung gestellt, in der das Dreigestirn, der Prinzenführer, die Adjutanten und der Equipeführer wohnen. Zutritt haben nur die Bewohner und die Frauen des Dreigestirns.
Hoppeditz
Als Hoppeditz bezeichnet man eine Symbolfigur des Düsseldorfer Karnevals. Am 11.11. wird der Erzschelm aus dem Sarg geholt, damit er hoch vom Jan-Wellem-Denkmal auf dem Düsseldorfer Rathausvorplatz dem amtierenden Stadtoberhaupt ordentlich die Leviten lesen kann. Für jeden Karnevalisten ist es der jecke Ritterschlag, in die Rolle des Hoppeditz schlüpfen zu dürfen. Am Aschermittwoch wird er symbolisch verbrannt, mundartsprachlich bedeutet Hoppeditz soviel wie hüpfender Knirps.
Hännesche
Hänneschen und Bärbelchen – die Lieblinge aller Kölschen. Das mundartgebundene Stockpuppen-Theater (seit 1802) sieht die beiden in den Kinder-Vorstellungen als Geschwisterpaar und in den Abendvorstellungen als kölsches "Liebespaar" und als Mittelpunkt der "Knollendorfer Sippschaft". In der Karnevals-Session sind die Karten für die "Puppensitzung" für den jeweiligen Inhaber schon fast ein "Legitimationspapier" für besondere Schlitzohrigkeit. Denn entweder hat er sich eine ganze Nacht vor dem Kassenhäuschen um die Ohren geschlagen oder er ist Mitglied im Hänneschen-Förderverein. Dann bekommt er die Karte sogar ins Haus geschickt
IMI
Der "imitierte" (zugereiste) Kölner hat zuallererst die kölsche Sprachprobe zu bestehen: Blootwosch! Jupp Schlösser und Gerhard Jussenhoven haben dem "Imi" ein literarisches (Lieder-) Denkmal gesetzt. In Köln schnell heimisch geworden, passt er sich kölscher Lebensart an. Viele "Imis" engagieren sich später mehr für ihre Wahlheimat Köln als mancher "Eingeborene".
Insignien
Die Zeichen der Macht der Narrenherrscher. Bei der Prinzenproklamation werden sie dem Dreigestirn übergeben, müssen nach der Session wieder abgegeben werden. Der Prinz bekommt die Pritsche (geht auf die Fruchtbarkeitsrute der Germanen zurück), mit der er über das Narrenvolk regiert. Der Bauer trägt die Schlüssel zur Stadt. Sie erinnern an die Schlacht von Worringen, als die Bauern den freien Bürgern gegen den Kardinal halfen, zum Dank die Stadtschlüssel bekamen. Die Jungfrau bekam als letztes ein Insignum: den Spiegel. Ein altes Stück aus dem Stadtmuseum, in dem "ihre Lieblichkeit" ihre Schönheit betrachten kann.
Jeck
Jeck sein ist im Rheinland ein "way of life". Jecke sind jene Zeitgenossen, die sich an Karneval kostümieren und/oder bis zur körperlichen Erschöpfung die tollen Tage feiern. Motto: Jeck sind wir alle, aber jeder Jeck ist anders
Jeckebääntche
Ist keine karnevalistische Straßenbahn, sondern die Narrenfigur der Tanzgruppe "Hellige Knäächte un Mägde", die man auf Hochdeutsch wohl "närrischer Bernd" heißen würde. Im Mittelalter hat dieses jecke Berndchen auf Schützenfesten durch Sprünge angezeigt, ob ein Schuß ein Treffer war und die Leute belustigt.
Jungfrau
Symbolisiert die freie, unabhängige, keiner fremden Macht unterworfene Stadt Köln. Die Mauerkrone auf ihrem Kopf steht für die Unbesiegbarkeit der Stadt. Mit zwei Ausnahmen unter den Nazis wird die Jungfrau von Männern dargestellt (1938 Paula Zapf und 1939 Else Horion). Ihr Insignum ist der Spiegel.
Kamelle
Köpfe einziehen und Hände zum Himmel: Wenn es beim Rosenmontagszug Kamelle regnet, spannt keiner den Regenschirm auf, sondern greift danach. Hierbei handelt es sich um süße Wurfgeschosse in Form von Bonbons, Schokolade und anderen Süßigkeiten. Nicht zu verwechseln mit ollen Kamellen: So nennt man mundartsprachlich alte Geschichten, die man nicht mehr hören kann.
Karnevalslieder
Was wäre Fastnacht und Karneval ohne Musik und Gesang! Auf allen Fastnachtssitzungen und Karnevalsumzügen ertönen bekannte Melodien. Viele Karnevalslieder sind zu regelrechten Ohrwürmern geworden. Wer kennt nicht solche Karnevalsschlager wie, "Am Rosenmontag bin ich geboren", "Einmal am Rhein", "So ein Tag, so wunderschön wie heute" oder auch aktuellere Titel wie "Echte Fründe", "Die Karawane zieht weiter" und viele mehr.
Als populäre musikalische Repräsentanten kölnischer Karnevalslieder sind unter anderen die Gruppen "Bläck Föss" und "De Höhner" zu nennen. Als Vorreiter dieser aktuellen Musikgruppen und Bands gelten in Köln die "Vier Botze". Sie zogen bereits in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts mit ihren Musikinstrumenten und mehrstimmigem Gesang durch die Straßen. Ihren Aufstieg verdankten sie der Schallplattenindustrie und dem Rundfunk. Den Höhepunkt ihrer Popularität erreichten sie nach dem Zweiten Weltkrieg.
Der bekannteste Liederdichter und Liedersänger des kölnischen Karnevals vor dem Zweiten Weltkrieg war Willi Ostermann. Seine Schöpfungen sind durch die Ostermann-Sammlung erhalten. Geboren wurde Willi Ostermann 1876 in Köln-Mülheim. 1936 verstarb er kurz vor der Vollendung seines 60. Lebensjahres. Mit dem Lied "Däm Schmitz sing Frau eß durchgebrannt" schaffte er 1907/1908 den Durchbruch auf der Karnevalsbühne.
Karnevalist
Der auftretende Künstler, nicht der feiernde Jeck. Früher kamen sie aus den eigenen Reihen der Gesellschaften und bekamen für ihren Auftritt nur einen Orden. Im Laufe der Zeit veranstalteten immer mehr Vereine und Gesellschaften aus Kirche oder Sport Sitzungen, dass immer mehr bezahlte Redner in den Vordergrund traten.
Karnevalstermine
Eröffnung: Der Karneval wird traditionell am 11.11. um 11 Uhr 11 auf dem Alter Markt eröffnet. Damit beginnt die sogenannte fünfte Jahreszeit, die für einige Karnevalsjecken die lange Durststrecke im Sommer endlich beendet. Ab dem 11.11. laden hunderte von Sitzungen das Publikum zum Lachen, Singen und Feiern ein. Es gibt gemischte, sowie reine Damen- und Herrensitzungen, Kinder- und Vereinssitzungen. Der Straßenkarneval beginnt zwar erst etwa drei Monate später, trotzdem wird am Tag der Eröffnung auch auf der Straße und in den Kneipen der Innenstadt kostümiert gefeiert.
Weiberfastnacht: (Wieverfastelovend), Donnerstag, wird der Straßenkarneval eröffnet. Auf dem Alter Markt findet dazu die größte Freiluftsitzung statt, die schon morgens um 9 Uhr beginnt. Um elf Uhr kommt das Dreigestirn auf die Bühne, der Prinz hält eine Ansprache und die Stadt Köln übergibt ihm für die "Tollen Tage" die Schlüssel der Stadt. Ab 11 Uhr 11 wird dann in der Stadt den ganzen Tag und die ganze Nacht auf den Straßen, in den Kneipen und in den Büros gefeiert.
Freitag und am Nelken-Samstag: Wird abends in den Kneipen gefeiert, wobei man auch unbedingt die Kneipen aufsuchen sollte, in denen kölsche Karnevalsmusik gespielt wird, um das spezielle Flair mitzubekommen. Am Samstag findet abends eventuell der alternative Geisterzug statt. Leider sind die Veranstalter seit dem letzten Jahr in Geldnot. Mit Glück kann man wie die letzten Jahre als Geist oder dunkle Gestalt durch die Straßen ziehen, spontan und ganz ohne vorherige Anmeldung. Aber in diesem Jahr scheint der Geisterzug stattzufinden (siehe unser Programm für Samstag!).
Sonntag: Finden die Schull- und Veedelszöch (Schul- und Stadtteilzüge) statt, die ab 11 Uhr 30 durch die Stadt ziehen. Sie nehmen den gleichen Weg wie der Rosenmontagszug. Hier werden zwar keine Kamelle geworfen, aber die phantasievollen Kostüme der Schulgruppen locken auch so die Menschenmengen an den Zugweg. Wer von Karnevalsumzügen gar nicht genug bekommen kann, kann sich auch an jedem Tag einen Zug angucken, denn in fast allen Stadtteilen und umliegenden Dörfern werden Umzüge durchgeführt.
Rosenmontag: Ist neben Weiberfastnacht ein Höhepunkt des Straßenkarnevals. Der berühmte Rosenmontagszug geht um 11 vor 11 los und braucht für den 6,5 Kilometer langen Weg etwa vier Stunden. Die Zuschauer können dem Zug über drei Stunden zuschauen. Stunden, bevor er kommt, stehen einige Jecke schon am Straßenrand, mit Campingstühlchen, Proviant und Kölsch ausgestattet. Zur Musik aus den mitgebrachten Kassettenrekordern schunkelt man sich warm. Tip: mit so vielen Freunden und Bekannten wie möglich zum Zug gehen. So vergeht die Zeit am Zugweg wie im Fluge, man trinkt, tanzt und schunkelt, und bekommt, im besten Fall, vom Zug selbst gar nicht so viel mit. Wer zum ersten Mal dabei ist: Tüte für die Süßigkeiten mitbringen.
Veilchendienstag: Nach dem anstrengenden Montag, an dem die meisten Kölner frei haben, ist am wieder ein relativ ruhiger Tag. Abends muß man aber noch zu einer Nubbelverbrennung gehen. Der Nubbel ist eine lebensgroße Strohpuppe, die während der Karnevalstage über vielen Kneipen hängt. Er muß für alle Sünden büßen, die während der tollen Tage begangen wurden und wird unter großem Wehklagen, Beschimpfungen und dem Singen von fröhlichen Karnevalsliedern gegen 0:00 Uhr verbrannt. Anschließend strömt das Volk in die Kneipen, um den letzten Karnevalstag der Session gebührend ausklingen zu lassen.
Aschermittwoch: Am Aschermittwoch ist alles vorbei, und beim traditionellen Fischessen wird der Kater bekämpft.
Klüngel
Der kölsche Klüngel ist berühmt berüchtigt. Das Wort kommt ursprünglich von Knäuel. Konrad Adenauer erklärte den Klüngel so: "Man kennt sich und man hilft sich."
Knabbüß
Ist keine Jubiläumsknabbermischung für die 500. Wiederholung des Colonia Duetts auf WDR 3 oder die Aufforderung an eine Jungen, Buße zu tun, sondern das zur Ausstattung z.B. der roten Funken gehörende Holzgewehr, in dessen Laufmündung meist ein Blumensträußchen steckt. Nur das Fußvolk ist derart gerüstet. Das Wort leitet sich von Knallbüchse ab und meint auch ein aus Holunder gefertigtes Spielzeuggewehr für Kinder.
Komitee und Elferrat
Die karnevalistische Korporation hat einen Vorstand und einen Elferrat: das Komitee. Im Normalfall gehören die Vorstandsmitglieder automatisch dem Elferrat an und haben dadurch das Recht, bei den Sitzungen auf der Bühne am Komitee-Tisch zu thronen, von dort Freunden, Bekannten und Ehrengästen zuzuprosten, und selbst stundenlang gesehen zu werden. In traditionsbewussten Korporationen ist es aber auch heute noch Ehrensache, dass verdiente Bühnenaktive auch Mitglieder des Komitees sind, in ihm sitzen und es nur für die Dauer ihres Auftrittes vorübergehend verlassen. Es gibt aber auch Elferräte, die vorwiegend aus profilierungssüchtigen Pseudo-Karnevalisten bestehen und die sich ihr Sitzrecht teuer erkaufen. Diese sind erfreulicherweise in der Minderzahl. In den Anfangsjahren der Fastnacht bestand das Komitee nur aus neun Mitgliedern, aber schon wenige Jahre später war es auf die heutige Zahl von 11 erweitert. Viele angesehene und auch prominente Bürger saßen aus "Spaß an der Freude" im Komitee. Die Mainzer erfanden bald den Spruch, wer MCV-Präsident gewesen sei, der werde wohl bald auch Oberbürgermeister. Mit Carl Wallau und Alexis Dumont hatten sie Recht. Beide regierten als Präsidenten die Narren und dann als Bürgermeister die Stadt: Wallau 1872, Dumont dann 1877. Seit vielen Jahren ist es in Mainz gute Tradition, dass auch die jeweils amtierenden Oberbürgermeister die Würde von Ehren-Komitetern haben und als solche auch gerne in Erscheinung treten.
Kölsch un Köbes
Kölsch ist alles: Sprache, Gemöt un Geblöt und vor allem ein herrliches obergäriges Getränk (soll auch gut gegen Nierensteine sein). Nichtkölner bezeichnen es als herbes, aus Stangen getrunkenes Gesöff, dem man erst nach einiger Zeit Geschmack abgewinnen kann. Aber dann!! Der Köbes, hin und wieder noch in kölschen Brauhäusern anzutreffen, ist eine "Versorgungseinrichtung" ganz besonderer Art. Gastfreundlichkeit nimmt er sehr wörtlich - der Gast hat ihn immer zu hofieren und ihm gegenüber aufmerksam und freundlich zu sein. Dafür bekommt er dann auch das "Kölsch" als Nachschub. Wird ein anderes Getränk bestellt, erntet der Gast mitunter nicht nur ablehnendes Kopfschütteln, sondern er hat nach einiger Zeit das komische Gefühl, gar nicht anwesend zu sein. Der Köbes übersieht ihn einfach!
Kölsche Grundregeln 
01 Et es wie et es - Sieh den Tatsachen ins Auge

02 Et kütt wie et kütt - Habe keine Angst vor der Zukunft
03 Et hätt noch immer jot jejange - Lerne aus der Vergangenheit
04 Wat fott es es fott - Jammere den Dingen nicht nach
05 Et bliev nix wie et wor - Sei offen für Neuerungen
06 Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet - Sei kritisch wenn Neuerungen überhand nehmen
07 Wat wellste maache - Füge dich in Dein Schicksal
08 Maach et jot, ävver nit ze of - Achte auf Deine Gesundheit
09 Wat sull dä Quatsch - Stelle immer zuerst die Universalfrage
10 Drinkste eine met - Komme dem Gebot der Gastfreundschaft nach
11 Do laachs De dich kapott - Bewahre dir eine gesunde Einstellung zum Humor
12 Küste hück nit, küste morje - Nur keine Eile
13 Bliev wie de bess - Lass dich nicht verbiegen
Korpsgesellschaften
Mitglieder dieser Gesellschaften treten in Uniformen auf. Sie gehen oft auf historische Uniformen zurück. Meist sind Tanzkorps, Reiterkorps und ein Musikzug angeschlossen.
Korpsapell
Halten alle Korpsgesellschaften Anfang Januar ab: Ein deftiges Essen, bei dem man sich zum ersten Mal in voller Montur vorstellt. Hier wird befördert, neue Mitglieder werden vereidigt. Ehrengäste dürfen eingeladen werden, Fremde haben keinen Zutritt.
Lappenclown
Das häufigste Clownskostüm in Köln. Hunderte von bunten Stofffetzchen werden an Jacke und Hose genäht. Macht nicht wirklich schlank, hält aber beim Straßenkarneval schön warm!
Lecker Määdsche
Spricht eigentlich für sich. Ansonsten sollte man(n) mal einen Blick auf die hübschen Närrinnen riskieren.
Literat
Ist nicht unbedingt ein poetischer Mensch, der sich der Dichtkunst verschrieben hat. Vielmehr ist er im Karneval der Programmgestalter, der die Künstler verpflichtet, koordiniert und Löcher stopfen muss: Wenn etwa die "Höhner" im Stau oder sonstwo stecken geblieben sind, versucht er, schnell Ersatz zu finden oder das Programm umzuwerfen (ömzostivvele)
Litschrede
Wenn die Kölner Narren mit der Darbietung eines ihrer Karnevalisten nicht zufrieden waren, ließen sie ihn "litschen" (litschen=ausrutschen, schlittern). Das wiederum brachte einige Redner dazu, es bewußt auf Spott- und Schmährufe und Unmutsbezeigungen des Publikums anzulegen. "Als ich gebore wood, wor et am rähne und et wor naaß!" Über Taufe, Einschulung, Kommunion, Firmung bis hin zur Hochzeit verläuft die Geschichte des Redners, die nur darin besteht, das es immer "am rääne wor" und das "et naaß wor". Wenn das Pfeifkonzert des Publikums den Höhepunkt erreichte, wurde der Redner von der Bühne gezerrt.
Mädchensitzung
Die "Mädchersitzung" hat, wie sollte es auch anders sein, einen "Vater": Herbert Limbach, Präsident der "Greesberger", hatte direkt nach dem Krieg die Idee zum "kölschen Hausfrauen-Nachmittag" in der Karnevalszeit. Aus den "Hausfrauen" wurden sprachlich die "kölschen Mädcher". Geblieben ist der "Spaß an der Freud" und das von Männern nur scheinbar unbeobachtete Vergnügen. Im Elferrat sind sie geduldet...(oder sogar erwünscht??)
Mariechen
Hübsches Tanzmädchen, das im Karneval zur Freude des Publikums die Beine schwingt und den Tanzoffizier bei Hebefiguren ins Schwitzen bringt.
Möhnen
Frauen, die am Weiberfastnachts-Donnerstag das Regiment übernehmen. Sie dürfen Rathäuser stürmen und den Männern die Schlippse abschneiden.
Mutzen
Die sind fast so süß wie lecker Määdsche, werden aber mundgerechter serviert. Mutzen sind ein frittiertes Gebäck, das man zur Aufrechterhaltung der lebensnotwendigen Körperfunktionen zu sich nimmt.
Narrhallamarsch
Als im Jahre 1838 der Mainzer Carneval-Verein ins Leben gerufen wurde, zählte der österreichische Regiments-Kapellmeister Karl Zulehner zu seinen Gründungsmitgliedern, der von Anfang an auf den Veranstaltungen des Vereins auch den Dirigentenstab schwang. Einen Karnevalsmarsch kannte man damals noch nicht. Es darf aber angenommen werden, dass man nach einer geeigneten Melodie suchte. Zu den populärsten Komponisten jener Zeit gehörte Adolphe Adam, dessen "Postillion von Lonjumeau" die Welt eroberte. An dem hohen D der Postillion-Arie berauschen sich noch heute Tenöre und Publikum. Adam schrieb aber unter anderem auch noch die Oper "Der Brauer von Preston", die zwar nicht die Berühmtheit des Postillions erreichte, der aber die Fastnacht den Mainzer Narrhallamarsch verdankt. Sie wurde 1840 in Mainz aufgeführt. In ihr entdeckte Zulehner die Motive, aus denen er den Narrhallamarsch zusammenstellte. 1844 dirigierte er ihn in seinem Arrangement erstmals bei der Eröffnung der Kampagne. Einen festen Text hat der Narrhallamarsch nicht. Gelegentlich wurden und werden ihm spontane Dichtungen unterlegt. Diese haben aber nur aktuellen Begeisterungswert. Beim Narrhallamarsch spricht die Musik für sich selbst.
Narrenkappen
In den Karneval eingeführt wurde die Narrenkappe kurioserweise von einem preußischen General. Der schrieb sie 1827 in Köln obligatorisch vor, damit man die von der Obrigkeit argwöhnisch beobachteten Narren leichter erkennen konnte. Die Mainzer übernahmen diesen Brauch, als sie 1838 ihre Fassenacht organisierten. Die Form der Kappen entsprach zuerst jener Mütze, die die Jakobiner der Französischen Revolution von 1789 trugen. Diese war ursprünglich die Kopfbedeckung der Leibeigenen und Sträflinge und wurde bei den Bastille-Stürmern zum Symbol der "Liberté". Jetzt bedienten sich ihrer die nach "Narren-Freiheit" strebenden Bürger im Rheinland. Zunächst wechselten die aus Papier gefertigten Kappen von Jahr zu Jahr. Es war Brauch, sie am Aschermittwoch zu verbrennen - übrigens zusammen mit dem "Stern", einer runden Papierscheibe, die als Eintrittskarte für die Veranstaltungen der abgelaufenen Kampagne galt. Form und Ausstattung der Kappen änderte sich schon bald. 1840 hieß es im "Carneval-Almanach", das Produkt der Saison sei eine "schöne, dreischellige, dreischnabelige, vierfarbene Kappe". Zum Verbrennen waren diese neuen Kappen zu schade (und zu teuer). Es entwickelte sich eine Vielfalt von Kappen, aber auch eine Hierarchie vom einfachen Mitglied bis zum Komiteter. Trotzdem gibt es heute noch närrische Korporationen, in denen jeder, egal auf welchem Posten er aktiv ist, die gleiche Kappe trägt, getreu dem alten Motto: "Gleiche Brüder - gleiche Kappe!"
Nubbel
Der Nubbel, auch Zacheies genannt, ist eine sehr praktische Erfindung, ideologisch in etwa mit dem Sündenablass der katholischen Kirche zu vergleichen. Auf ihn werden alle großen und kleinen Fehltritte abgewälzt, die in der Narrenzeit begangen wurden. Unter Wehklagen und mit Trauergesang wird er nach den tollen Tagen verbrannt.
Orden
Werden als Anerkennung für besondere Dienste verliehen. Gesellschaftsmitgliedern beispielsweise für die ehrenamtliche Unterstützung während des Jahres. Auftretenden Künstlern oder hochgestellten Persönlichkeiten für ihr Erscheinen. Das Tragen des Ordens ist nicht an eine Gesellschaft gebunden, man kann ihn die ganze Session hindurch tragen. Am Eingang zu Sitzungen gibt es inzwischen oft Orden zu kaufen. Viele Gesellschaften haben auch Damenorden, die kleiner, mit Strass geschmückt an einer Kette statt an einem Band hängen. Ursprünglich waren die Orden eine Persiflage auf die staatlichen und militärischen Orden. Heute sind sie begehrte Sammelobjekte.
Ornat
Das "Kostüm" von Prinz, Bauer und Jungfrau. Sie sind dem Gewand des Kaisers in der burgundischen Mode aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts nachempfunden.
Ostermann
Willi Ostermann (1876-1936) ist zwar schon 60 Jahre tot. Seine Lieder werden noch heute gern gesungen. Sie sind so taufrisch, als seien sie gestern entstanden. Vor kurzem erschien eine Box mit 79 Originalaufnahmen auf 4 CD von ihm und seinen Liedern.
Pittermännchen
lautet nicht - und wenn, handelt es sich um einen böswilligen Täuschungsversuch - der Spitzname für einen etwas untersetzten, dickeren Karnevalisten-Kollegen namens Peter, sondern ein kleines, handliches Fass mit exakt zehn Litern Kölsch - nicht mehr und nicht weniger. Wird gerne zu Karnevalsumzügen und in die Lachende Köln-Arena mitgenommen.
Präsident
Bützender und redegewandter Mittelpunkt des Elferrates und Starter von Raketen.
Prinz
Der Narrenherrscher während der Session. Seine Begleiter sind Bauer und Jungfrau. Nach dem Krieg 1870/71 wurde aus dem bisherigen Helden Carneval der Prinz Karneval. Die Pfauenfeder auf dem Hut des Narrenfürsten ist Zeichen der Unsterblichkeit. Sein Insignum ist die Pritsche, außerdem bekommt er die Bälle, silberne Kugeln, die er nach der Session behalten darf.
Prinz, Bauer, Jungfrau
Das Kölner Dreigestirn, auch Trifolium genannt. Die Jungfrau als "beschützende Mutter Colonia" wird immer von einem Mann dargestellt. Der Bauer, Symbol der "Wehrhaftigkeit der alten Reichsstadt Köln", schwingt wie eh und je seinen Dreschflegel und der Prinz ist nicht nur der strahlende Held Karneval, sondern auch Synonym für kölsche Fastelovend, für Bützcher un Kamelle.
Prinzenführer
Könnte ein Benimmbuch für die missratenen Söhne europäischer Königshäuser sein,. ist aber der wandelnde Terminkalender des Dreigestirns. Er plant und begleitet alle Auftritte der Tollitäten, berät sie und versorgt sie mit Hustensaft.
Prinzenpaar
Was dem Kölner sein Dreigestirn, ist dem Düsseldorfer sein Prinzenpaar. Prinz Karneval und seine liebliche Venetia sind sozusagen das Chef-Doppel der närrischen Regierung und nehmen auf ihrer Tournee durch die Session die Huldigungen des närrischen Fußvolks entgegen. Spötter titulieren sie auch schon mal als Brauchtums-Barbie und Karnevals-Ken.
Prinzenproklamation
Anfang Januar traditionell im Gürzenich. Dann hält der Prinz die erste große Ansprache an "sein" Narrenvolk. Das Dreigestirn - erstmals im Ornat - wird vom Oberbürgermeister inthronisiert und erhalten die Insignien. Zunächst jedoch zieht noch einmal das alte Dreigestirn der vergangenen Session unter großem Jubel in den Saal und auf die Bühne ein - in Frack und (früher) blauem Zylinder.
Prinzenspange
Kleiner Orden zum Anstecken und etwas ganz Besonderes: Die Prinzenspange wird nicht nur vom Dreigestirn kreiert und bezahlt, die Tollitäten vergeben sie persönlich an ausgewählte Personen. Entsprechend begehrt ist sie.
Quetschenbüggel
Was nach einem mittelalterlichen Folterinstrument klingt, verbreitet in Wahrheit viel Spaß an der Freud. Quetschenbüggel ist nämlich der rheinische Ausdruck für eine Ziehharmonika, das Klavier des kleinen Mannes.
Revue

In den zwanziger und dreißiger Jahren waren die "kölschen Revuen" im "Groß Köln" (heute Sartory) die Attraktion im karnevalistisch gestimmten Köln. Zwischen Neujahr und Aschermittwoch füllte Grete Fluss, seinerzeit der unbestrittene Star auf allen Bühnen, das "Groß Köln" zweimal täglich bis auf den letzten Platz. Hans Jonen, Gerhard Ebeler, Hans Otten, Engelbert Sassen und auch Willi Ostermann texteten und schrieben immer neue Hits. "Och wat wor dat fröher schön doch en Colonia", "Kölsche Mädcher, kölsche Junge sin dem Herrgott got gelunge", "Du kannst nicht treu sein", "Wir gehen nicht eher in die Falle bis unser Geld ist alle" und viele andere Lieder haben sich "verselbständigt" und werden heute noch gesungen. Nach dem Krieg waren es insbesondere Gerhard Jussenhoven und Hans Jonen, die die kölschen Revuen wieder aufleben ließen. "Aat bliev Aat", "Vun Neujohr bes Äschermettwoch" u.v.a. Nach dem Rücktritt von Grete Fluss 1955 begann im Kaiserhof die Revue-Karriere der Trude Herr. Mehr als ein Jahrzehnt verging, ehe Walter Bockmeyer wieder kölsche Revuen auf die Bretter brachte. Gigi Herr ist sein derzeitiger Star an der Stelle, im Kaiserhof, wo schon ihre Tante Trude Triumphe gefeiert hatte
Rakete
Niemand schießt mit Feuerwerkskörpern, wenn es im Karneval eine Rakete gibt. Aber laut ist auch die jecke Rakete. Sie wird "gezündet" mit heftigem Fußgetrampel und gilt als höchste Gunstbezeugung eines karnevalistischen Publikums für eine gelungene Büttenrede oder einen Barden.
Rosenmontag
Woher der höchste rheinische "Feiertag" mit seinen farbenfrohen Umzügen (siehe auch unter "Zoch") seinen Namen hat, darüber streiten die Pappnas-Gelehrten. Sprachforscher nehmen an, "Rosen" komme von "rasen". Weil am Rosenmontag das Narrenvolk vor Begeisterung rast und sich, die drohende Fastenzeit vor Augen, noch einmal zügellos den fleischlichen Freuden hingibt. Anderen Interpretationen zufolge verdankt der Rosenmontag seinen Namen dem 4. Fastensonntag. Dieser Sonntag wurde seit Papst Leo IX (1049 bis 1054) auch "Rosensonntag" genannt. Das Kirchenoberhaupt trat an diesem Tag mit einer goldenen Rose als Christus-Symbol vor die Gläubigen, um auf die Passion Christi zu verweisen.1823 dann organisierte das Festordnende Comitee den Kölner Karneval neu, inklusive eines großen Maskenumzuges. Da die Narrenhäuptlinge am Rosensonntag getagt hatten, hieß der daraus entstandene "Feiertag" fortan Rosenmontag.
Ruusemondach
Rosenmontag op kölsch. Kommt von rasend, nicht von Rosen.
Säckelmeister
Schatzmeister der Karnevals- (und sonstiger) Zünfte.
Schabau
Biologisch, flüssige Innenheizung. Ein Zuviel führt zu unangenehmen Reaktionen von Körper und Geist.
Schull- und Veedelszöch
Ist der ursprüngliche Straßenkarneval. Schulgruppen und Veedelsvereine ziehen in jedem Jahr am Sonntag durch die Innenstadt, und oft ein zweites Mal am Dienstagszug. Im Schullzoch steht der Preisträger vorab fest. Besonderes Engagement wird mit dem "Kamellebüggel" ausgezeichnet. Stolz wird der Preis von der Gruppe am Sonntag durch die Straßen getragen. Unterstützt werden die Schulgruppen durch den Förderverein "Kölnisches Brauchtum e.V.".
Sitzungen
Bieten Programm mit Büttenrednern, Musikgruppen, Tanzgruppen und Traditionskorps. Höhepunkt jeder Sitzung: der Besuch des Dreigestirns. Unterschieden wird zwischen Prunk- und Kostümsitzung. Meist wird im Saal nur Wein und Wasser serviert - im Foyer auch Kölsch. Karten sollte man früh besorgen - fast alle Sitzungen sind fix ausverkauft. Der Karte kann man entnehmen, ob Abendgarderobe, Straßenanzug oder Kostüm erwünscht sind.
Skandale
Zum rheinischen Karneval gehören Skandale fast ebenso wie Kamelle und Strüßjer: Prinzen, die mehr auf Bauern stehen als auf Jungfrauen - Bauern, die in den Hofstreitigkeiten der Prinzen mit untergehen - und Jungfrauen, die sich zu sehr entblößen, sorgen in Köln und Düsseldorf für erhitzte Gemüter. wdr.de hat ein Potpourri der pikantesten Geschichten zusammen gestellt.
Stippefodd
Herausgestreckte Kehrseite des menschlichen Bodys. Berühmt durch den Stippeföddches-Danz.
Strüßjer
Kleine Blumengebinde, die im Karnevalszug und beim Einzug des Dreigestirns in einer Sitzung geworfen werden. Ein Bützjen als Dank ist angebracht.
Stunksitzung
Was nach einer Verabredung zu einer gepflegten Massenkeilerei klingt, ist in Wahrheit der Höhepunkt des alternativen Kölner Karnevals. Seit 1984 bereichert die Stunksitzung als Parodie der herkömmlichen Prunksitzung mit Spott und Satire das jecke Geschehen in Köln. Da bekommen dann auch die traditionellen Karnevalisten schön was auf die Narrenkappe. Aber wirklich nur verbal. Das Publikum steht Schlange, um eine Eintrittskarte zu ergattern. Bislang war jede Stunksitzung ausverkauft.
Tünnes un Schäl
Tünnes, der bäuerlich-deftige Sproß und Schäl, der hinterhältig-listige Vertreter Kölner Männlichkeiten, verkörpern das, was hunderttausenden von Kölner von Geburt an ins Blut gelegt worden ist und noch wird: Kölsche Eigenarten, für Nichtkölner mitunter schwer verständlich, weil so manche Eigenart als Unart verstanden wird. Auf keinem Geburts- oder Taufschein sind ihre Namen zu finden. Gleichwohl noch heute in aller Munde, leben sie im Kölner Hänneschen-Theater weiter. Immer über ihre Verhältnisse, aber dennoch weit unter Niveau!
Tusch
Musikalische Einfachkomposition, die von der Kapelle ohne Noten beherrscht werden muss. Reicht von einem einfachen bis zum dreifachen TäTää.
Tütüü
ist wider erwarten kein neuer Klingelton für das Handy, der nach Belieben auch drei Mal hintereinander als Tusch gespielt werden kann, sondern der französische und danach eingekölschte Begriff für ein Balettröckchen. Gerne auch von Männern getragen, etwa beim kölschen Singspiel "Divertissementchen" in der Oper.
Unfug
Quasi das karnevalistische Grundprinzip. Je mehr Unfug man an den tollen Tagen treibt, umso jecker ist man. Funktioniert aber nicht nach dem Leistungs-, sondern dem Lustprinzip.
Uniform
Der "ewige" K(r)ampf in der Fastelovends-Hierarchie: Die einen stehen auf die Frack-Gesellschaften (Komitee-Gesellschaften), die anderen begeistern sich für die Korps, also die Uniformierten. Zu den fünf Traditionskorps Rote Funken, Blaue Funken, Ehrengarde, Prinzengarde und Altstädter gesellen sich mit dem Reiterkorps Jan von Werth, der Nippeser Bürgerwehr (auch Appelsine-Funke genannt) und der Ehrenfelder Bürgergarde (blau-gold Garde) weitere Korps, deren Mitglieder teilweise soviel Spaß an der silber- und goldbestreßten Uniform haben, dass der ein oder andere schon einmal vergißt, daß er eigentlich das Militär parodieren und nicht imitieren soll.
Veilchendienstagszug
Der Veilchendienstagszug ist der Rosenmontagszug in Mönchengladbach einen Tag nach Rosenmontag
Wagenengel
Die sogenannten Wagenengel begleiten die Wagen, Kutschen und Gespanne beim Karnevalsumzug. Sie sind verantwortlich für die Sicherheit der Zuschauer, insb. dass beim Aufsammeln der Kamelle keiner durch die Karnevalswagen verletzt wird. Als Faustregel gilt: Pro Rad ein Wagenengel. Diese Wagenbegleiter werden in der Regel von den jeweiligen Karnevalsgesellschaften gestellt, müssen mindestens 18 Jahre alt und männlich sein.
Weiberfastnacht
Auch Altweiber genannt. An diesem Tag stürmen wild verkleidete Frauen die Rathäuser und übernehmen symbolisch die Macht. Bewaffnet sind sie dabei mit Scheren, um den Herren die Schlipse abzuschneiden. Nix für Männer mit Kastrationsängsten. Die Weiberfastnacht läutet die berüchtigten tollen Tage ein.
Wibbeln
Hat nichts mit Kindern zu tun, die nicht still sitzen können, sondern bezeichnet eine gymnastische Einlage der Funken. Die stehen Rücken an Rücken, gehen in die Knie und reiben ihren Allerwertesten aneinander - zum Stippeföddchen.
Wurfmaterial
"Kamelle, Kamelle" rufen die Kölner, wenn "dr Zog" kütt. Doch wo sie noch geworfen werden, bückt sich keiner mehr danach. Hobby-Bastler haben allerdings auch nicht vor dem Karneval halt gemacht. Umgedrehte Schirme dienen als "Auffangmaschine" für das klebrige Wurfmaterial, welches für die Kölner Straßenreinigung dann ganz besonders qualvoll, weil hartnäckig klebend ist, wenn es schneit oder regnet. Doch wehe, ein Zugteilnehmer "vergißt" das Werfen. "Knieskopp, Knieskopp" schallt es ihm tausendfach entgegen. Als Kamelle-Ersatz akzeptieren die Kölner nur Strüßjer, Schukelad (Höchstgewicht lt. richterlichen Urteil: 50 g pro Tafel), Pralincher, Gummibärcher und e lecker Bützche vum Marieche oder -was die Frauen angeht- vun 'nem staatse Jung.
X
Vorsicht! Schützen Sie sich auf Maskenbällen vor unliebsamen Überraschungen. Lassen Sie sich kein X für ein U vormachen. Sonst gibt es womöglich ein buchstäblich böses Erwachen.
Y-Kutsche
Wer auf einem buchstäblich billigen Platz im Kölner Rosenmontagszug sitzt, wurde in die Y-Kutsche verfrachtet. In dem Zweispänner landet man, wenn die Spende für die Karnevalsgesellschaft zu mickrig ausgefallen ist. War der Freund der Gesellschaft aber großzügig, sitzt er in einem vierspännigen Wagen.
Zabel
Da im Karneval kein Rad gefahren wird, kommt auch nicht der Sportler des Jahres in den Sinn. Es bedeutet hier Säbel und ziert die Uniform der Reiter und der Offiziere. Ein beliebtes Spiel der Gardisten ist das gegenseitige Stibitzen (heimliches Entleihen) der Waffen - auszulösen nur gegen eine entsprechende Anzahl Kölsch. Prost.
Zoch
Zoch ist die Abkürzung für den höchsten rheinischen Feiertag, den Rosenmontagszug. Kilometerlang schlängeln sich bunt geschmückte Mottowagen durch die Hochburgen Düsseldorf und Köln. Ein Spektakel, das sich Jahr für Jahr Millionen Narren nicht entgehen lassen. Motto: Feiern, bis der Arzt kommt. Aber der kommt ja gottlob immer erst am Aschermittwoch.
Zug
Mit dem "Aufzug" des Altstädterkorps auf Weiberfastnacht beginnt der Straßenkarneval, der "Geisterzug" am Samstag bildet die Vorhut für die "Schull- und Veedelszöch" am Sonntag. Für viele Kölner der eigentliche Höhepunkt im närrischen Straßentreiben. Der "Rosenmontagszug" ist das Kölner karnevalistische Aushängeschild, das immerhin mehr als 1 Million Besucher an den Zugweg und mehr als 5 Millionen Zuschauer an die Fernsehschirme lockt. Wem das noch nicht reicht, der kann die "Dienstagszüge" in den Kölner Vierteln bewundern (oder daran teilnehmen). Wenn die am Nachmittag losziehen, gehen die Gedanken der Karnevalisten schon in die nächste Session. Denn am Dienstagmorgen, beim sogenannten "Prinzenfrühstück" (sogenannt, weil es eigentlich ein Mittagessen ist. Da aber am Freitag vor Karneval schon einmal offiziell in der Prinzenhochburg "zu Mittag gegessen" wurde, ist der Name "Prinzenessen" schon belegt) verrät der Zugleiter schon das neue Motto. Wenig später stellt eine Kölner Texterin dann ihr neues Mottolied vor. 19 davon gibt es schon, das 20. wird bald folgen!
 
Quellen:
Eigene Texte MNichael Jungblut und teilweise aus:
www.net-lexikon.de
Internetseite der “Ostermannerben” www.williostermann.de